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Ein Stück Normalität – Erster Quadrathlon fand in Kaposvar statt

Quadrathlon Kaposvar (HUN) 2020 (c) L. RohdeQuadrathlon Kaposvar (HUN) 2020 (c) L. Rohde

Nachdem die letzten Monate von Unsicherheit und zahlreichen Beschränkungen aufgrund der Corona-Krise geprägt waren, gibt es nun in zahlreichen Ländern in Europa Lichtblicke und eine schrittweise Rückkehr zur Normalität. Somit kann auch der Sport wieder mehr in den Blickpunkt rücken und die ersten Wettkämpfe können wieder durchgeführt werden. Als erster Quadrathlon fand nun am vergangenen Samstag das Rennen in Kaposvar am Deseda See (50km südlich des Balatons) in Ungarn statt.

Bei heißen sommerlichen Bedingungen jenseits der 30 Gradmarke waren es dann gut 60 Athleten, die sich bei diesem Neustart an der Startline versammelten. Geschwommen wurden die 750m erwartungsgemäß ohne Neopreananzug. Als erste Einzelstarter waren Peter Ruzicska (HUN), Stefan Teichert (GER), Ferenc Csima (HUN), William Peters (BEL) und Krzysztof Wolski (POL) nur wenige Sekunden nach dem Schwimmen voneinander getrennt. Während bei den Frauen Lisa Teichert (GER) schon wieder an der Spitze mit rund 40 Sekunden Vorsprung vor Lilla Kovács (HUN) lag.

Auf dem Rad mit seiner welligen 10km Wendepunktstecke, die zweimal zu durchfahren war, konnten sich dann Csima und Peters an die Spitze setzen, Wolski und Teichert blieben aber auf Sichtweite. Bei den Frauen baute Lisa Teichert ihren Vorsprung auf Kovács indes weiter aus. Unglücklich gestaltet war allerdings, dass sich die Quadrathleten die Radstrecke in der zweiten Runde mit den wenige Minuten später gestarteten Triathleten teilen mussten und diese im Gegensatz zu den Quadrathleten Windschatten fahren durften. Dies führte gerade im Mittleren Feld der Quadrathleten zu nicht immer fairen Bedingungen und war auf einer zum Teil schmalen Strecke nicht ungefährlich. Diese darf so in Zukunft nicht mehr sein. Dies war aber auch das größte Problem in einer sonst sehr gut organisierten Veranstaltung.

Auf dem Wasser mit drei Runden setzte sich dann das Duell an der Spitze zwischen Csima und Peters fort. Beide trotzten dem aufkommenden Wind, der den Athleten bei den heißen Temperaturen aber nur wenig Abkühlung verschaffte. Dafür aber die Bojen abtrieb, so dass es am Ende rund 5,5km Kajak waren. Unbeeindruckt davon paddelten sich David Kotrc (CZE) und Zoltán Zoboki (HUN) mit den schnellsten Kajakzeiten in die Reichweite des Podiums. Bei den Frauen war es allein die erst 16 Jahre alte Kovács, die nach dem Paddeln noch in Reichweite der Deutschen Teichert lag und evtl. beim Laufen noch die Chance auf eine Überraschung hatte.

Im Zuge der Corona-Verordnungen musste der Veranstalter auch seine Wechselzone aus dem Vorjahr verlegen, somit waren es recht weite Laufwege zwischen den Disziplinen, insbesondere die Wege von und zum Kajak. Neu war auch die Laufstrecke, die diesmal auf der anderen Seeseite verlief und nicht mehr flach wie im letzten Jahr war. An der Spitze erwarteten jetzt fast alle, dass Peters sich von Csima absetzen und den Sieg nach Hause laufen würde. Aber genau das Gegenteil war der Fall. Der nicht als Laufstarke bekannte Csima zeigte in seiner Heimat eine fantastische Leistung, wo am Ende Peters nicht mehr folgen konnte und nach dem Ungarn auf Platz Zwei einlief. Spannend wurde es auch noch um Platz Drei, wo Wolski, Zoboki und Kotrc am Ende nur 30 Sekunden auf den Plätzen Drei bis Fünf trennten.

Bei den Damen lief Lisa Teichert am Ende doch einem ungefährdeten Sieg entgegen, denn Kovács zollte am Ende ebenfalls der Hitze Tribut. Spannend war hier aber ebenfalls der Kampf um Platz Drei. Denn nach dem Paddeln waren Susanne Walter (GER), Kata Balázs und Krisztina Sinkó Panna (beide HUN) dicht beisammen. Die besten Beine von den Dreien hatte am Ende die Deutsche Walter, vor Balázs und Panna.

Vorjahressieger Tomas Svoboda (CZE) war leider nur mit seiner Staffel am Start. Gesundheitliche Probleme lassen für den Ausnahmeathleten zurzeit nur Schwimm- und Paddeltraining zu. Mit seiner Staffel, u.a. auch mit seinem Zwillingsbruder (und ehemaligem Olympiasieger) David, war der Sieg in der Staffelwertung aber eine klare Angelegenheit. Leider war auch der starke Gergö Badar (HUN) nur Zuschauer, der mehrmalige Weltmeister konzentrierte sich als professioneller Triathlet auf den Mitteldistanz Triathlon am nächsten Tag. Hier konnte er den zweiten Platz erzielen.

Bei den deutschen Männern war am Ende Stefan Teichert (Heidelberg) mit Platz 6 der Beste, knapp vor Thorsten Bartzok (Essen) auf Platz 8. Beide hatten wie zahlreiche Athleten sehr mit dem heißen Wetter zu kämpfen. Erfreulich war aber auch der Wiedereinstieg von Peter Appelt (Gießen) ins Wettkampfgeschehen, der mittlerweile 70jährige hatte im letzten Jahr einige gesundheitliche Probleme und finishte in Kaposvar trotzdem erfolgreich auf Platz 2 bei den Senioren.

Erfreulich, dass bei diesem Wettkampf auch sehr viele junge Athleten am Start waren und zum Teil schon sehr gute Leistungen erzielten.

Etwas nebensächlich war bei diesem späten Beginn der Wettkampfsaison 2020, dass beim Rennen in Kaposvar auch die Titel der Sprint-Europameisterschaft vergeben wurden. Titel, die in diesem Jahr vielleicht nicht ganz die Bedeutung haben, wie in den Jahren zuvor. Zum einem sind noch nicht in allen Ländern die Reisebeschränkungen aufgehoben, zum anderen gab es in der Vorbereitung der einzelnen Athleten international zahlreiche Unterschiede. Und dennoch entschied sich die WQF dazu den Satus einer EM bei zu behalten. Es sollte ein Zeichen der Normalität gesetzt werden und zudem ist der Quadrathlon-Sport auch kein Profisport – es wird immer sehr gute Athleten geben, die aus diversen Gründen nicht an den wichtigen Rennen teilnehmen können, auch wenn Sie dies gerne möchten. Umso erfreulicher war, dass am Ende dann doch zahlreiche Topathleten aus dem letzten Jahr den Weg nach Ungarn geschafft haben.

Im WQF World Cup können aktuell wohl noch drei weitere Rennen stattfinden: Ratscher (GER, WM Sprint), Tiszafüred (HUN, Mittel) und Cazalegas (ESP, Sprint mit Windschattenfreigabe). Alle drei Rennen sind für den September geplant. Aber wie es leider in diesem Jahr üblich ist, können kurzfristige Änderungen möglich sein. Eine World Cup Wertung wird es geben, wenn mind. drei Rennen stattgefunden haben. Allerdings wird es in diesem Jahr keine Glaspokale und Medaillen geben.

Neben diesen World Cup Rennen besteht auch die Hoffnung, dass noch weitere kleinere Rennen in diesem Jahr ihre Veranstaltung durchführen können, bspw. Pilsenman und Miladatlon (beide in CZE). Bitte informiert Euch immer auch bei den lokalen Veranstaltern über den letzten Stand.

Am Ende möchten wir dem Organisator in Kaposvar Peter Attila und allen anderen Veranstaltern danken, die trotz der schwierigen Bedingungen an ihren Veranstaltungen festhalten. Aber auch die, die ihre Veranstaltung absagen mussten, haben unseren Respekt und die Zusicherung, wir kommen nächstes Jahr wieder!


Weitere Bilder

by L. Rohde

Ergebnisse

Männer

1. Ferenc Csima (HUN) 1:38:26
2. Wiliam Peters (BEL) 1:39:25
3. Krzysztof Wolski (POL) 1:40:28
4. Zoltán Zoboki (HUN) 1:40:55
5. David Kotrc (CZE) 1:41:00

Frauen

1. Lisa Teichert (GER) 1:54:02
2. Lilla Kovács (HUN) 1:59:38
3. Susanne Walter (GER) 2:06:23
4. Kata Balázs (HUN) 2:10:16
5. Krisztina Sinkó Panna (HUN) 2:12:49

Video

www.facebook.com/quadrathlon/videos/1086300688409397/


Veranstalter Homepage

www.extrememan.hu


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