Die Münchner Martin Knoche und Andreas Anschuetz nahmen am C2C, als Team am 2-tages Rennen teil. In ihrem Bericht geben die beiden Teilnehmer, einen weiteren Einblick über den Wettkampf. Zugleich geben sie wichtige Hinweise für diejenigen, die selbst einmal am C2C teilnehmen möchten. Unterstützt werden die Zwei, die auch eine alternative Alpenüberquerung organisieren wollen, von der Knowledge GmbH. Hier sind ihre Erfahrungen:
Material Vorbereitungen:
Das Kajak zu organisieren war mit größeren Nachforschungen in Christchurch, in den Wochen vor dem Rennen bei den lokalen Kajakverleihern, verbunden. Die haben nämlich wegen der hoher Nachfrage während dem Rennen hohe Preise und beschränkte Auswahl. Ergebnis für uns war ein Kajak vom Typ Swallow des neuseeländischen Herstellers Ruahine. 150 NZ $ Leihgebühr für die 5 Tage Rennen. War vergleichsweise günstig, ca. das Doppelte ist normal.
Das Rad haben wir ebenfalls in Christchurch ausgeliehen. Ergebnis war ein superfunktionierendes ‚NoName’ Rennrad gewesen, das einen brauchbaren Größenkompromiss zwischen 183 cm und 167 cm bietete.
Für eine Leihgebühr von 80 NZ $ haben wir es für das Rennen bekommen.
Vorbereitungen Supportcrew:
Als Support haben wir einen Spezialist für den Support von Multisportrennen aus Australien (Melbourne) eingesetzt. Dieser ist am 02.02.04 nach Neuseeland (Christchurch) eingeflogen. Seine Referenzen waren hervorragend, da er bereits an mehreren Multisportrennen selber erfolgreich teilgenommen hatte. Ergebnis war Adrian (Größe ca. 179,3cm, Typ Mann, Hersteller äh…).
Die Tage vor dem Rennen dienten uns unter anderem der Abstimmung diverser Fragen wie der Ernährung. Adrian vertrat den Gesichtspunkt, dass Backed Beans in Tomatensoße aus der frisch geöffneten Dose, kalt, die beste Grundlage für die Laufetappen darstellten. Des weiteren stimmte er noch nach kulinarischem Abwägen dem Genuss von ‚Bumper Bars’ zu.
Vorbereitungen Transportmittel:
Als Transportmittel kam ein Leihwagen (Größe S, Typ ???, Hersteller Mazda) zum Einsatz. Dessen Tagessatz bei 35 NZ $ lag.
Anreise:
Am Donnerstag den 5.02.2004 starten wir gegen 12:00h von Christchurch nach Kumara. Die ersten 70km entsprachen der letzten Etappe des Rennens und führen durch die flache Ostseite der Insel zu den Bergen. Hier ist die Transition von der 3. zur 4. Etappe. Es war eine Reihe von Rennteilnehmern unterwegs, erkennbar an den Kajaks und den Fahrrädern auf den Autodächern. Ab dem Beginn der Berge, Richtung Arthurs Pass ging es über die ‚Scenic Route’ durch ursprüngliche Gebirgslandschaft. Hier grasen die Schafe, die die Merino Wolle produzieren. Anmerkung: Das ist eine der besten Grundlagen für Funktionswäsche, die obendrein noch absolut geruchsneutral ist. Am Arthurs Pass ist die Transition von der 2. Etappe zur 3. Etappe und die Übernachtung für die Teilnehmer die zwei Tage unterwegs sind, hier ist ein Naturschutzgebiet. Es gibt hier einige Häuser und einen ‚Backpacker’. Ab hier ging es mehr oder minder steil abwärts nach Kumara.
Das Klima war zunehmend durch die hohe Niederschlagsmenge der Westküste beeinflusst. Die Dichte der Vegetation nahm stetig zu, bis zu einem grünen wuchernden tropischen Regenwald an der Westküste. Die Bremsen unseres Leihwagens begannen nach der halben Abfahrt zu rauchen und zu stinken an und brauchten eine Pause. Auf der Strecke passierten wir die Transition von der 1. zur 2. Etappe. An der Kumara Junction geht es rechts nach Kumara. (Anmerkung zu Kumara normal ca.300 Einwohner während der Rennnacht ca. 3500.)
Danach erreichten wir die Camps für die erste Nacht. Das weitere Programm bestand aus der Vorbereitung des Nachtcamps, dem Abholen der Startnummern, was bis ca. 17:00h möglich war und dem Marsch zur Kumara Townhall. Wo die Fressparty um 19:00h - lecker und viel ‚Kiwi-Tacka’ - und das Briefing des Rennens - eine hörenswerte Erklärung der Regeln, der Sicherheit mit einer Wettervorhersage durch den Veranstalter Robin Judkins – stattfanden. Dann gingt es zurück zum Campingplatz, mit der Hoffnung wenigstens ein bisschen Schlaf zu bekommen.
1. Tag 06.02.04:
Wir standen um ca. 6:00 Uhr auf, machten Frühstück und letzte Vorbereitungen des Fahrrads (Licht, Luft, etc.) und des Läufers (Reflektoren, Helm, …) für das Rennen. Um 6:30 Uhr war Abmarsch zum Start am Kumara Beach. Auf dem Weg wurden die Fahrräder in den Ständern am Straßenrand abgestellt. Dann gingen wir die 3 km zum Strand. Währenddessen wurde von der Suportcrew das Zelt abgebaut und alle Fahrzeuge verließen das Camp vor Beginn des Rennens in Richtung Transition Rad => Berglauf.
1. Etappe:
3 km Lauf + 55 km Radfahren standen zu beginn an. Am Start wurde eine kurze Kontrolle der Ausrüstung durchgeführt. Der Start der 1. Etappe am Kumara Beach war um 7:00 Uhr. Es folgten 3 km Lauf vom Strand über große Felsen auf einen Schotterweg und dann Asphalt zum Fahrrad. Der Wechsel auf das Fahrrad und ab nach Osten. Die Strasse ist in Kumara gesäumt von Einheimischen die uns anfeuerten. Das Windschattenfahren war erlaubt. Die Route führte ansteigend zum Start der 2. Etappe, wo die Übergabe der Startnummer und des Transponters an Martin erfolgte.
2. Etappe:
33 km Berglauf am Anfang leicht ansteigend standen an. Der Lauf wurde über den ‚Goat Pass’ zunehmend steiler und zum Ende waren auch einige Kletterpassagen zu bewältigen. Der Weg nach unten war ein enger Singletrail. Es waren auch noch mehrere Flussdurchquerungen zu bewältigen. Das Ziel erfolgte mit dem Passieren der jubelnden Schaulustigen und Angehörigen. Robin Judkins beglückwünschte die Wettkämpfer und überreichte Speight’s.
Währenddessen startete die Supportcrew zum Arthurs Pass und baute auf dem für diese Nacht angelegten Campingplatz die Zelte auf. Dann konnte der Zieleinlauf der Wettkämpfer bejubelt werden. Ausruhen am Nachmittag und Vorbereitung des nächsten Tages Kajakausrüstung, Fahrradeinstellung, etc.. , abends essen und frühes Schlafen standen an.
2. Tag 07.02.04:
Die Supportcrew musste das Camp früh um 5:00h verlassen und die Kajaks am Transitionspunkt Bridge deponieren. Hier wurde von den Rennverantwortlichen der Inhalt des Notfallsets (erste Hilfe, Kleidung, Reperaturset) gecheckt. Wir standen um ca. 6:45 Uhr auf. Da es während der Nacht begonnen hatte stark zu regnen, frühstücken im wir Zelt.
3. Etappe:
15 km Radfahren + 67 km Kajakfahren sollten wir hinter uns bringen. Das Rennen begann ab 7:30 Uhr. Die Teilnehmer starten jede Minute nach Startnummern gruppiert. Andi startete um 8:20 Uhr. Die Strecke ging bergauf und am Ende musste das Rad ca. 1 km zur Transition getragen oder geschoben werden. Dann erfolgte der Wechsel ins Kajak. Spritzdecke, Schwimmweste und Helm anziehen ins Kajak setzen und los ging's. Im oberen Teil mäandert der Fluss etwas, so dass man aufpassen musste nicht einen Flussarm zu erwischen der in einem Kiesbett versickert, d.h. sonst Kajak zurück zum Fluss tragen. Die Schwierigkeiten werden mit Grad 2 bewertet. Nach 20 km startete die Schlucht, hier gibt es nur unten und oben einen Ausgang. Schlüsselstellen wurden von mit einem Wurfsack bewaffneten Helfern gesichert und Jetboats patrouillierten. Das letzte Drittel der Strecke erkannte man an einer roten Eisenbahnbrücke über eine Nebenschlucht. Am nächsten Kontrollpunkt, mit Namen Woodstock, musste man die Startnummer den am Ufer befindlichen Rennprüfern zurufen = Check des Bewusstseins. Die letzten 17 km zum Ziel waren die längsten. Man fährt unter der ??? Bridge durch und legt rechts an. Der Lauf zur Transition, Robin Judkins sagte Hallo und die Übergabe von Startnummer und Transponter an Martin fand statt.
3. Etappe:
70 km Radfahren zum Schluss, mit einem kurzem Lauf zum Fahrrad begannen. Die Strecke führte nach Christchurch. Es ging ganz leicht bergab und der Wind blies genau von vorne. Ortsdurchfahrt in Christchurch … Zieleinlauf in Sumner Beach, nur noch das Fahrrad abstellen und über den Strand zum Ziel laufen. Juddy gratulierte und überreichte die obligatorische Dose Speight’s.
08.02.04
Ab 10:00h war in der Christchurch Townhall Brunch. Dort gabt es die Gelegenheit Photos die während des Rennens gemacht wurden abzuholen, Dachträger und Funktionskleidung zu kaufen und sich mit den anderen Teilnehmern zu unterhalten. Ab 12:00 Uhr begann die Siegerehrung mit Extrapreisen für den schlimmsten Support, die beste technische Innovation … Ab 15:00 Uhr war dann Party im ‚Loaded Hog’.
Martin Knoche / Andreas Anschuetz
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